Die gesetzliche Rente reicht für die meisten Menschen nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Eine private Altersvorsorge ist deshalb kein Luxus mehr, sondern Pflicht. Doch welche Strategie ist die richtige – Rürup, Riester, fondsgebundene Rentenversicherung oder das klassische ETF-Depot?
Die wichtigsten Optionen im Überblick
| Produkt | Geeignet für | Steuervorteile | Flexibilität |
|---|---|---|---|
| Rürup-Rente | Selbstständige, Gutverdiener | Sehr hoch (2026: 100 % absetzbar) | Gering (kein Kapitalwahlrecht) |
| Riester-Rente | Angestellte mit Kindern | Mittel (+ staatliche Zulagen) | Mittel |
| Fondsgebundene RV | Alle, renditeorientiert | Mittel (Steueraufschub) | Hoch |
| ETF-Depot | Alle, flexibel | Gering (Abgeltungssteuer) | Sehr hoch |
| Betriebliche AV (bAV) | Angestellte | Hoch (Bruttolohnumwandlung) | Gering |
Rürup-Rente: Ideal für Selbstständige
Die Rürup-Rente (Basisrente) ist speziell auf Selbstständige und Freiberufler zugeschnitten, die keinen Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung haben. 2026 sind die Beiträge zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar (Höchstbetrag: 29.344 € für Singles, 58.688 € für Verheiratete).
- Steuerersparnis besonders hoch für Gutverdiener mit hohem Steuersatz
- Lebenslange Rente, nicht vererbbar, nicht beleihbar, nicht kündbar
- Fondsvarianten ermöglichen höhere Renditechancen
Fondsgebundene Rentenversicherung
Eine fondsgebundene private Rentenversicherung kombiniert die Renditechancen von Fonds oder ETFs mit den steuerlichen Vorteilen der Versicherung: Gewinne wachsen steuerfrei an, und erst im Rentenalter wird ein günstiger Anteil besteuert. Im Gegensatz zum ETF-Depot entfällt die jährliche Abgeltungssteuer auf Kursgewinne und Dividenden.
Besonders attraktiv: Wird die Versicherung nach dem 62. Lebensjahr und nach mindestens 12 Jahren Laufzeit in eine Rente umgewandelt, müssen nur 50 % der Erträge versteuert werden (Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalabfindung) bzw. der günstige Ertragsanteil bei Verrentung.
ETF-Depot: Maximale Flexibilität
Wer maximale Flexibilität und Kontrolle möchte, wählt das ETF-Depot. Die Renditen sind historisch gut, die Kosten niedrig. Nachteil: Kursgewinne und Dividenden werden sofort mit 25 % Abgeltungssteuer belastet. Trotzdem ist das ETF-Depot für viele Menschen eine attraktive Ergänzung – besonders als flexibler Notgroschen zusätzlich zur Rentenversicherung.
Meine Empfehlung: Die Drei-Säulen-Strategie
Die optimale Altersvorsorge besteht in der Regel aus mehreren Bausteinen:
- Absicherung: BU-Versicherung (Einkommenssicherung bis zur Rente)
- Steueroptimiert sparen: Rürup (Selbstständige) oder bAV (Angestellte)
- Flexibles Vermögen aufbauen: Fondsgebundene RV oder ETF-Depot
Die optimale Gewichtung hängt von Ihrer persönlichen Situation ab – Beruf, Einkommen, Steuersatz, Familiensituation und Risikotoleranz.
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