PKV für Selbstständige – Unabhängige Beratung seit über 15 Jahren

Selbstständige & Freiberufler

PKV für Selbstständige 2026:
Der komplette Leitfaden

Als Selbstständiger stehen Sie vor einer Entscheidung, die Ihre Gesundheitsversorgung und Ihre Finanzen für Jahrzehnte prägt: PKV oder GKV? Im Gegensatz zu Angestellten sind Selbstständige und Freiberufler in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht pflichtversichert – sie können frei wählen. Diese Freiheit ist ein Privileg, aber sie erfordert auch ein solides Verständnis der Vor- und Nachteile beider Systeme.

Nach 15 Jahren Beratungspraxis kenne ich die häufigsten Fehler, die Selbstständige bei der PKV-Entscheidung machen – und ich erkläre Ihnen, wie Sie diese vermeiden.

Schnellantwort für Eilige: Die PKV lohnt sich für Selbstständige vor allem in jüngeren Jahren mit gutem Gesundheitszustand. Im Alter kann sie teuer werden. Der Schlüssel: frühzeitig Altersrückstellungen aufbauen und einen Tarif mit solidem Rückstellungsmechanismus wählen.

PKV oder GKV: Die Entscheidung für Selbstständige

Selbstständige können sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern – allerdings nicht zu den gleichen Konditionen wie Angestellte. Wer in die GKV als Selbstständiger einzahlt, zahlt in der Regel den vollen Beitrag allein. Für 2026 gilt: Der GKV-Beitragssatz liegt bei 14,6 % plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag (durchschnittlich 1,7 %), plus Pflegeversicherung. Für ein Einkommen von 60.000 € im Jahr bedeutet das monatlich rund 900–1.100 €.

Die PKV berechnet Beiträge nicht nach Einkommen, sondern nach Alter, Gesundheitszustand und Tarifwahl. Ein 30-jähriger gesunder Selbstständiger zahlt in der PKV häufig deutlich weniger als in der GKV.

✅ PKV: Vorteile für Selbstständige

  • Beitrag unabhängig vom Einkommen
  • Bessere medizinische Leistungen (Chefarzt, Einzelzimmer)
  • Kürzere Wartezeiten beim Facharzt
  • Günstiger in jungen, gesunden Jahren
  • Steuerlich absetzbar

⚠️ PKV: Risiken für Selbstständige

  • Beitrag steigt mit dem Alter
  • Kein Arbeitgeberzuschuss
  • Kinder nicht beitragsfrei
  • Schwierige Rückkehr in GKV
  • Beitragsbelastung bei Krankheit/Einkommensausfall

Was kostet die PKV für Selbstständige 2026?

Die Kosten hängen von drei Hauptfaktoren ab: Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Tarifwahl. Hier eine realistische Orientierung für 2026:

Alter bei EintrittMonatsbeitrag (Einsteigertarif)Monatsbeitrag (Komforttarif)GKV-Vergleich (60k Einkommen)
25 Jahreca. 250–320 €ca. 380–450 €ca. 920 €
30 Jahreca. 300–380 €ca. 440–520 €ca. 920 €
35 Jahreca. 370–460 €ca. 520–620 €ca. 920 €
40 Jahreca. 460–560 €ca. 640–760 €ca. 920 €
45 Jahreca. 570–680 €ca. 760–900 €ca. 920 €

*Richtwerte für gesunde Personen ohne Vorerkrankungen. Individuelle Angebote können abweichen. Alle Angaben ohne Krankentagegeld und Pflegeversicherung.

Der kritische Punkt: Altersvorsorge in der PKV

Das größte Risiko für Selbstständige in der PKV ist die Beitragsentwicklung im Alter. Deshalb ist es entscheidend, welchen Tarif Sie wählen – genauer gesagt: wie hoch die Altersrückstellungen im Tarif sind.

Gute PKV-Tarife bauen Rückstellungen auf, die im Alter den Beitrag dämpfen. Seit 2000 sind Versicherer gesetzlich verpflichtet, einen Teil der Beiträge (10 %) in einen Standardrückstellungsfonds einzuzahlen. Zusätzlich gibt es tarifliche Rückstellungen, die je nach Anbieter stark variieren.

✅ Mein Rat: Fragen Sie bei jedem PKV-Angebot explizit nach der projizierten Beitragsentwicklung im Alter. Seriöse Versicherer zeigen Ihnen diese Projektion. Tarife mit hohen Altersrückstellungen sind kurzfristig teurer, aber langfristig deutlich günstiger.

Krankentagegeld: Unverzichtbar für Selbstständige

Als Selbstständiger erhalten Sie im Krankheitsfall kein Krankengeld von der Versicherung – es sei denn, Sie haben eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen. Das ist ein häufig unterschätztes Risiko: Wer als Selbstständiger längere Zeit krank ist, verliert Einnahmen, während die Kosten weiterlaufen.

Eine Krankentagegeldversicherung zahlt Ihnen ab einem vereinbarten Karenztag (typisch: 3., 8. oder 43. Tag) ein Tagegeld. Empfehlung: Wählen Sie das Tagegeld so, dass es Ihren durchschnittlichen Tagesverdienst abdeckt.

Steuerliche Absetzbarkeit der PKV-Beiträge

Selbstständige können PKV-Beiträge steuerlich als Sonderausgaben absetzen – allerdings nur den sogenannten Basisschutz (Leistungen, die dem GKV-Niveau entsprechen). Komfortleistungen wie Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer sind nicht absetzbar. In der Praxis entspricht das häufig 70–85 % des Gesamtbeitrags.

Beispiel: Bei einem Monatsbeitrag von 500 € können Sie etwa 350–425 € monatlich steuerlich geltend machen – das ergibt bei einem Steuersatz von 35 % eine Ersparnis von ca. 1.500 € pro Jahr.

So wechseln Selbstständige in die PKV – Schritt für Schritt

  1. Bedarf analysieren: Welche Leistungen sind Ihnen wichtig? Chefarztbehandlung, Zahnersatz, Auslandsschutz?
  2. Vergleich einholen: Mehrere Angebote bei unterschiedlichen Versicherern einholen und vergleichen
  3. Gesundheitsfragen beantworten: Vorerkrankungen müssen vollständig und wahrheitsgemäß angegeben werden
  4. Tarif auswählen: Auf Altersrückstellungen, Beitragsstabilität und Leistungsumfang achten
  5. GKV kündigen: Die GKV mit der gesetzlichen Frist kündigen (2 Monate zum Monatsende)
  6. PKV-Vertrag abschließen: Nahtloser Übergang sicherstellen – keine Versicherungslücke
Achtung Gesundheitsprüfung: Beantworten Sie alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß. Falsche Angaben können im Leistungsfall zur Anfechtung des Vertrags führen. Im Zweifel lassen Sie sich von einem unabhängigen Makler begleiten.

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Marc Seeber

Marc Seeber

Marc Seeber ist unabhängiger Versicherungsberater mit Spezialisierung auf private Krankenversicherung für Selbstständige und Freiberufler. In 15 Jahren Beratungspraxis hat er hunderte Selbstständige beim Einstieg in die PKV und bei der Tarifoptimierung begleitet.